Klostermedizin

Kräutergarten im Spital Aub

Ein Kräutergarten lädt auf dem Gelände des Spitalmuseums zur Rast ein. Wo früher der Spitalverwalter Gemüse und Kräuter anbaute, wachsen heute Küchen- und Heilkräuter, die an die alte Tradition erinnern, die die Kräuterheilkunde als Teil der Klostermedizin hat.

Zu allen Zeiten wurde versucht, Krankheiten mit den Mitteln der Natur zu heilen. Dies galt ebenso für die Medizinmänner der Naturvölker, wie für Ärzte der Griechen und Römer.

Die älteste Darstellung eines klösterlichen Krautergarten mit seinen rechteckig angelegten Beeten überliefert der berühmte Klosterplan von St. Gallen. Auf 16 Beeten wuchsen Stangenbohnen und Bohnenkraut, Frauenminze und Kreuzkümmel, Pfefferminze und Liebstöckel. Dazu kam Fenchel, Salbei und Rosmarin. Für den Altarschmuck pflanzten die Mönche Blumen an, die Lilie stand für die Reinheit, die Rose für die Liebe. . In Preisgedichten wie dem "Hortulus" des Abtes Wahlafrid Strabo lobten die Mönche die Wirksamkeit der Kräuter ihres Klostergartens. Zur populärsten Vertreterin der Klostermedizin zählt im hohen Mittelalter die Hl. Hildegard von Bingen, etwa die Hälfte der von ihr genannten Arzneipflanzen werden nach heutigen Maßstäben als heilkräftig eingestuft.